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Augmented Reality – ready, steady, go

Augmented Reality ist für zahlreiche Use Cases in verschiedenen Branchen geeignet. Noch experimentieren die Unternehmen insbesondere in der Wartung und Logistik. Den definitiven Durchbruch wird Augmented Reality als «as a Service» und mit dem Einzug von 5G schaffen.

 

Bei Virtual oder Augmented Reality sprechen wir von prozessverändernden Technologien im Zeitalter der Digitalisierung. Beide Termini werden fälschlicherweise oft synonym gebraucht. Doch bei «Virtual Reality» (VR) handelt es sich um ein «Abtauchen» aus der realen in eine komplett digitale Welt, meist mittels Datenbrille. Bei «Augmented Reality» (AR) hingegen wird die reale Welt um digitale Information bereichert, indem zusätzliches Wissen mittels optischer Einblendungen ergänzt wird. Unternehmen, die diese Technologien einsetzen, versprechen sich davon mehr Effizienz und Produktivität dank Kosten- und/oder Zeiteinsparungen. 

 

Bildquelle: T-Systems

 

Beweggründe für ihren Einsatz liegen aber auch in zunehmender Sicherheit und Reduzierung von Fehlerquellen und -raten. Denn mit VR/AR können Produkte, die es noch gar nicht gibt, die schwer zugänglich oder gefährlich sind, erleb- und/oder handhabbar gemacht werden. Die beiden Technologien sind überall dort interessant, wo kontextsensitive Aufgaben gelöst resp. virtuelle Realität mit einem realen Objekt in einen Kontext gebracht werden müssen. Das können in der Logistik beispielsweise «Picking und Putting»-Prozesse sein. 

 

Geläufig sind bereits Anwendungen in der Wartung, wenn über Mobilgeräte oder über Datenbrillen digitale Inhalte zur Verfügung gestellt werden, wo und wie ein nächster Arbeitsschritt auszuführen ist. Auch für Trainings eignet sich AR hervorragend. Der Trainee bekommt die für seine Ausbildung notwendigen Informationen automatisch auf Smartphone, Tablet oder Equipment wie Google Glass oder Hololens eingeblendet und kann bei Bedarf auch auf Experten zugehen, die virtuell ihr Wissen einspeisen. Für viele Schweizer Industrieunternehmen mit Produktions- und/oder Servicestandorten in aller Welt bietet sich hierdurch der Vorteil, dass dank dieser «Smarten Assistance» überall das gleiche Know-how in hoher Qualität trainiert und angewendet werden kann.

 

Im Business wird AR gegenüber VR bevorzugt, da ersteres durch die Anreicherung um digitale Referenzmaterialien, die Remote-Expertise, die virtuelle Darstellung real verborgener Komponenten und die Visualisierung von Anleitungen zu konkreten Arbeitsschritten grössere Vorteile bietet. 

 

Komplexe technische Herausforderung

Sehr weit fortgeschritten ist der Einsatz von AR bereits in der Autozulieferindustrie, in der Aviatik und generell in der Logistik. Hand- und Wartungsbücher werden als AR-App bereitgestellt. Anbieter von Software für Logistik arbeiten an Konzepten, wie ihre Lösungen um AR erweitert werden können. Problematisch ist derzeit, dass sich noch kein richtiger Standard durchgesetzt hat. Oft liegen auch die digitalen Informationen noch nicht in der richtig nutzbaren Form vor. Es braucht somit noch höhere Investitionen in individuelle Lösungen, als wenn es schon einen Standard gäbe. 

 

Noch ist die Implementation von AR-Lösungen im Business-Umfeld sehr komplex. Die Herausforderung besteht darin, dass ihre Akzeptanz nur dann gegeben ist, wenn sie möglichst einfach zu handhaben ist. Je intuitiver sie sich bedienen lässt, desto stärker sticht der praktische Nutzen hervor. Doch im Hintergrund verbirgt sich eine hochgradige Komplexität, die Wissensbibliotheken, Plattformen für die einzelnen Anwendungen, Sicherheitsmechanismen, die Übertragungsnetze sowie die Hardware in Form der AR-Brillen umfasst. 

 

Experten rechnen damit, dass mit dem Einzug von 5G endgültig auch der Durchbruch von AR folgen wird. Denn mit den schnelleren Übertragungsraten werden auch deutlich datenintensivere Anwendungen möglich. Die neuesten Trends unter Nutzung von hybriden Cloud-Lösungen werden dazu führen, dass Augmented Reality quasi als «as a Service» bezogen werden kann. Indem rechenaufwendige Algorithmen in der Cloud ausgeführt werden, kann die automatisierte Verarbeitung und Visualisierung hoher Datenmengen unabhängig vom verwendeten Gerät – AR-Brille, Tablet oder Smartphone – weiter beschleunigt und effizienter gemacht werden. Neue und spannende Use Cases für den Einsatz der Technologie werden mit dieser technischen Infrastruktur Schlag auf Schlag folgen.  

 

 

Der Autor

Thomas Mühlbauer ist Diplomingenieur für Luft- und Raumfahrttechnik und bei T-Systems Schweiz für das Business Development in der Business- und IT-Transformation zuständig.