Dr. Müllers Notizen zur User Experience: 2. Ergonomie, Human Factors und so weiter - News auf topsoft

Dr. Müllers Notizen zur User Experience: 2. Ergonomie, Human Factors und so weiter

Das Thema Usability beschäftigt viele Unternehmen und wird in Zukunft auch immer wichtiger. Der Spezialist Dr. Christopher H. Müller von Die Ergonomen Usability AG in Zürich erklärt hier im Blog in regelmässigen Abständen die verschiedenen damit zusammenhängenden Fachausdrücke und gibt wertvolle Tipps zum Thema.
Im 2. Teil der Blogreihe geht es um die Definition der in diesem Zusammenhang oft gehörten Begriffe "Ergonomie" und "Human Factors".

 

Die gute Nachricht: Ergonomie und «Human Factors» sind dasselbe. Die schlechte Nachricht: Die Definition der International Ergonomics Association liest sich wie die Rechtsbelehrung auf einem Bussenzettel: «Human Factors (bzw. Ergonomie) ist die wissenschaftliche Disziplin, welche sich mit dem Verständnis der Wechselwirkungen zwischen Menschen und anderen Elementen eines Systems beschäftigt, sowie die berufliche Tätigkeit, welche die Theorie, Prinzipien, Daten und Methoden der Gestaltung anwendet, um das menschliche Wohlbefinden und die gesamte Systemleistung zu verbessern.»

Bei der Ergonomie geht es also darum, wie ein Mensch-Maschine-System zu gestalten wäre, damit es effizient, komfortabel und sicher funktioniert. Zu einem solchen System gehört grob gesagt neben dem Menschen noch die Arbeitsumgebung und das Arbeitsinstrument. Nehmen wir den PC-Arbeitsplatz: Hier bilden Raum, Bürostuhl und Arbeitstisch die Arbeitsumgebung. Mit etwas Mut liessen sich heute auch PC und Peripherie zur Umgebung zählen. Das eigentliche Instrument ist ja meist die Software.

Wohl deshalb gibt es auch die Spezialdisziplin der Software-Ergonomie. Sie beschäftigt sich exklusiv mit der Bedienerfreundlichkeit respektive (nach DIN) der Gebrauchstauglichkeit von Mensch-Computer-Schnittstellen. Und wie meist gibt es auch hierfür wieder einen netten Anglizismus, nämlich die Usability.

Egal, ob wir es Ergonomie, Human Factors, Bedienerfreundlichkeit, Gebrauchstauglichkeit oder Usability nennen - immer geht es darum, die Maschinen den Menschen anzupassen und nicht umgekehrt. Zugegeben, das ist eine grosse Aufgabe, die in letzter Konsequenz wohl nicht so bald zu erreichen sein wird. Aber: Sie dient einer guten Sache, die sich UX nennt. 

 

Der Autor:

Christopher Müller ist Inhaber und CEO von Die Ergonomen Usability AG

 

Die Ergonomen teilen ihr UX-Knowhow gerne.

Am 7./8. Februar 2019 findet der nächste UX-Zertifikatslehrgangs für Produkt- und Projektmanager UX-PM Level 1 statt. Um sich Ihre Teilnahme zu sichern, melden Sie sich am besten gleich an.

 

Hier geht es zu den anderen Teilen der Blogreihe:

1. Was ist der Unterschied zwichen UX und User Experience?
3. Selektive Aufmerksamkeit
4. Die Cognitive Load Theorie CLT
5. Die Millersche Zahl
6. Die drei Stimmen