ICT-Sicherheit kann über den Erfolg eines Unternehmens entscheiden

Die ICT ist heute ohne Zweifel zum Enabler bei der Umsetzung digitaler Geschäftsmodelle geworden. Eines der entscheidendsten Kriterien im heutigen täglichen Wettbewerb ist die Reaktionszeit (z.B. Angebotserstellung, Auftragsabwicklung oder Lieferung). Um diese Karte wettbewerbswirksam auszuspielen, ist eine allzeit verfügbare und sichere ICT Voraussetzung. 

Richtig aufgestellt – also hochverfügbar, stabil, flexibel und sicher – wird die ICT zum eigentlichen «Game Changer». ICT ist also nicht mehr nur Kostenfaktor, sondern Erfolgsfaktor im Wettbewerb und der Differenzierung. Hier kommt die ICT-Sicherheit ins Spiel – denn nur wenn ein unterbrechungsfreier und sicherer Zugriff auf Daten und Anwendungen sichergestellt werden kann, können Unternehmen die ICT gewinnbringend für sich nutzen. Gerade durch die zunehmende Digitalisierung und der damit steigenden Vernetzung von Geräten, Maschinen und Prozessen sind die Verantwortlichen stark gefordert, die Sicherheit über alle Ebenen hinweg zu gewährleisten. In unserer neuen Security-Studie bewerten die befragten Unternehmen denn auch für die nächsten 24 Monate die Folgen der Digitalisierung, resp. des Internets der Dinge (IoT) als Topquelle der kommenden Bedrohung. Auch die am Horizont neu aufgetauchten Themen wie künstliche Intelligenz oder Blockchain werden die Verantwortlichen sicherheitstechnisch weiter strapazieren.

 

 

Es überrascht deshalb auch nicht, dass die kürzlich befragten Unternehmen planen, die Budgets in den kommenden 12 Monaten weiter aufzustocken. Im Schweizer ICT-Security Markt haben die Ausgaben im Businessbereich im 2018 ein Volumen von 2.35 Milliarden Franken erreicht, dies sind 100 Millionen Franken oder 4.5% mehr als noch 2017. Damit legten die Ausgaben für die ICT-Sicherheit nach wie vor deutlich mehr zu, als die Spendings für andere ICT-Bereiche. So gesehen bringt die digitale Transformation nicht nur neue Marktchancen, sondern ist auch Key Driver für höhere Security-Ausgaben.

Angesichts der vielschichtig steigenden Bedrohungen stellt sich für viele Unternehmen die Frage, ob die interne Sicherheit der ICT noch im reinen Eigenbetrieb zu stemmen ist. Was bei Grossunternehmen schon länger zur Commodity geworden ist, nämlich Services auszulagern, lässt bei vielen KMU noch immer einige Zweifel aufkommen, ob das der richtige Weg für die Gewährleistung der ICT-Sicherheit ist. Wie wir im Rahmen unserer Studienarbeiten festgestellt haben, bewegen sich die ICT-Ausgaben der Unternehmen in vielen Segmenten hin zu externen Serviceprovidern und ihren Dienstleistungen. Eine ähnliche Entwicklung beobachten wir auch bei den Spendings im Security Bereich. Über 64% der befragten Unternehmen planen, aufgrund der steigenden Komplexität des Sicherheitsdispositivs verstärkt mit externen Dienstleistern zusammenzuarbeiten. Durch die Vergabe solcher Services an einen versierten Dritten wollen die Unternehmen hinaus aus der Unsicherheit, und dies zu planbaren Kosten. Weitere Gründe für die Zusammenarbeit mit einem Managed Security Services Provider sind der Mangel an internen Fachkräften, die steigenden regulatorischen Anforderungen (Compliance) und die Zunahme der Cyber Kriminalität.

Mit Blick auf den ICT-Security Markt sind es vor allem die Managed Security Services (MSS), welche überdurchschnittlich profitieren können. Heute entfallen bereits 50% der Security-Budgets auf Dienstleistungen externer Anbieter, dieser Anteil wird sich bis 2020 auf über 57% erhöhen. An der Wachstumsspitze der Security-Dienstleistungen liegen in den kommenden zwei Jahren die Managed Security Services, sie legen mit jeweils über 12% weiter zu.

Somit sind wir auch hier (wie bei anderen ICT-Bereichen) im Paradigmenwechsel von «intern nach extern» angekommen: das Management und der Betrieb der ICT-Sicherheit wird künftig aufgrund der Komplexität und zunehmenden Cyber Bedrohung nicht mehr nur traditionell im eigenen Unternehmen, sondern vermehrt auch über externe Anbieter erfolgen.

Studie ICT-Security in der Schweiz bis 2020:
2018 wurden 86 ICT-Verantwortliche/ Fachbereichsleiter in Schweizer Unternehmen ausführlich zu ICT-Security Themen befragt. www.msmag.ch

 

Die Autorin

Corinne Jost  |  Head of Marketing, MSM Research AG