Lastech AG mit „Machine Learning“ noch fitter - News auf topsoft

Lastech AG mit „Machine Learning“ noch fitter

Der Mechatronik-Zulieferer Lastech AG aus Mellingen (AG) realisiert durch Vermittlung des Hightech Zentrums Aargau ein spannendes Innosuisse-Projekt. Mittels „Machine Learning“ kann die Produktivität weiter gesteigert werden. Das Familienunternehmen automatisiert einen Teil der Offertabwicklung. Die gewonnenen Ressourcen werden in die Kundenberatung investiert.

Hohe Motivation: Das Team der Lastech AG sorgt regelmässig auch für die physische Fitness.

 

Vor 29 Jahren startete die Lastech mit einer ersten Laseranlage und als kleines Team. Ihre Belegschaft ist  kontinuierlich auf 40 Personen gestiegen. Das inhabergeführte KMU hat sich als Spezialist für Lasertechnik (Schneiden und Schweissen) und Blechbearbeitung (vor allem Abkanten) solid positioniert.  Neben Stahl und Edelstahl werden auch Alu- und Kunststoffteile bearbeitet. Jüngste Grossinvestition: eine Fiberlaseranlage für den automatischen Betrieb. Die Kunden stammen aus Industrie und Metallbau, Maschinen- und Anlagenbau, Medizinaltechnik, Beleuchtungsindustrie, Möbelfabrikation und Gartenbau. Lastech gehört seit 12 Jahren zur Virtuellen Fabrik, in der sich KMU aus unterschiedlichen Fachbereichen zusammengeschlossen haben, um innovative Gesamtlösungen anzubieten. „Wir sind  nachhaltig gewachsen und befinden uns in sehr guter Verfassung“, betont Susanne Herzog, Mitglied der Geschäftsleitung.

Schub bei Offertanfragen

Die Aufhebung des Euro-Mindestkurses Anfang 2015 ging am Aargauer Betrieb keineswegs spurlos vorbei. Es begann sich als Trend abzuzeichnen, dass immer häufiger selbst Bauteile mit hohen Qualitätsanforderungen und gleichzeitig kurzen Lieferterminen nicht mehr an Schweizer Zulieferer vergeben werden. Vielmehr werden auch solche Aufträge zunehmend zu Bearbeitern im europäischen Ausland verlagert. Zweite Herausforderung: Lastech registrierte einen Anstieg der Offertanfragen um hohe 20 bis 30 Prozent, ohne dass ein Mehrumsatz resultiert hätte. Markant gestiegen sind einzig die Administrationskosten.

Lastech fand einen Weg, um die drohende Kostenklemme zu umgehen. Dabei spielte auch das Hightech Zentrum Aargau (HTZ) eine wichtige Rolle. Beat Dobmann aus dem HTZ-Expertenteam, knüpfte Anfang 2016 an der Fachmesse Sindex in Bern Kontakte und gleiste eine Machbarkeitsstudie auf. Danach konnte ein Innosuisse-Förderprojekt mit einem Volumen von 600‘000 Franken gestartet werden – mit Lastech als Pilotunternehmen. Mit an Bord waren die Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW mit ihrem Institut für Business Engineering IBE und das Institut für 4D-Technologien (4D2). 

Automatische Angebots-Engine

Lastech stellte den Projektpartnern Daten aus ihrem ERP-System zur Verfügung. Damit wurde das System der Hochschule gefüttert. Schliesslich konnte eine vollautomatische Engine für die Offertstellung entwickelt werden. Dabei erstellt ein Algorithmus anhand von CAD-Daten selbstständig Offerten. Mit jedem gerechneten Angebot wird die Engine „intelligenter“. Einbezogen wurde auch die Nachkalkulation: Damit liessen sich zusätzlich wichtige Erkenntnisse für den Produktionsprozess gewinnen.    

„Im Bereich Data Mining und Machine Learning haben sich die Technologien substanziell weiter entwickelt und stehen heute auch im KMU-Umfeld zur Verfügung“, erklärt Beat Dobmann vom HTZ. Die erarbeitete Lösung sei beispielhaft für die Umsetzung der Vision Industrie 4.0 für ein KMU. Weil die hier entwickelte Technologie noch wenig verbreitet sei, ermögliche sie Lastech „den Vorstoss an die Spitze“.

 

Autor:

Ruedi Mäder, Hightech Zentrum Aargau