Umfrage zur Schnäppchenjagd – überraschende Resultate - Themen auf topsoft

Umfrage zur Schnäppchenjagd – überraschende Resultate

Der Black Friday ist ein Phänomen, das in den letzten Jahren auch in Europa angekommen ist. Der Tag nach Thanksgiving, dem Erntedankfest in den USA, ist auf der anderen Seite des Atlantiks schon lange ein Tag des hemmungslosen Konsums, an dem Läden mit sagenhaften Rabatten und Sonderangeboten um die Kundschaft buhlen. Nun hat dieses Shopping-Virus auch auf unserer Seite des Atlantiks Einzug gehalten. Doch wer profitiert von den Angeboten und was wird gekauft? Drei angehende Mediamatiker wollten das im Rahmen eines Schulprojekts herausfinden – und waren von den Resultaten doch ziemlich überrascht.
 
(Bild: cardmapr / unsplash.com)
 
Ein Schulprojekt mit dem Thema Marktforschung gab uns drei Lernenden Samuel Pechmann, Fabio Krieger und Elias Schmid Anlass, ein besonderes Phänomen des modernen Konsumverhaltens zu ergründen.
 
Im dritten Lehrjahr der vierjährigen Ausbildung zum Mediamatiker lernten wir im Schulfach Marketing den Markt und dessen Teilnehmende kennen. Deshalb fanden wir es spannend, uns in einer nicht repräsentativen Umfrage mit einem Thema zu befassen, wo der Markt das Kaufverhalten von Konsumentinnen und Konsumenten entscheidend beeinflusst: Der Black Friday mit seinen sagenhaften Rabatten.
 
 

Die Thesen

Nach der Festlegung des Projektinhaltes stellten wir drei Thesen auf, welche wir zu beweisen, beziehungsweise zu widerlegen hatten.
 
Dabei griffen wir gleich zum Offensichtlichen: Tiefe Preise ergibt viele Kaufende, gelernt in der ersten Lektion Marketing. Am Black Friday sind Produkte bekanntlich unverhältnismässig viel billiger. Die Hemmschwelle sinke deshalb, schnell würde das Portemonnaie gezückt, dies wegen der «günstigen Gelegenheiten». Diese Spontankäufe würden dann laut unserer Theorie aber damit bestraft, dass rund jeder Dritte der Befragten zugeben würde, einen solchen Kauf bereut zu haben.
 
In der zweiten These widmeten wir uns den demografischen Einteilungen der aktivsten Käufer und Käuferinnen. Wir schätzten, dass im Alter von 18–25 die meisten Ausgaben getätigt würden. Schliesslich reicht das Geld in diesem Alter aus, viele leben aber noch bei ihren Eltern, Ausgaben wie Miete und Lebensmittel fallen also mehrheitlich weg. Es wäre demnach genug Geld vorhanden, um am Black Friday so richtig zuzuschlagen.
Die letzte These stellten wir ohne viel Nachdenken und Theoretisieren auf, da bauten wir einfach auf gängige Geschlechterklischees: Männer kauften eher Elektronik, Frauen eher Kleidung und Schmuck.
 
Würde die Umfrage unsere Thesen bestätigen? Wir waren gespannt.
 
 

Die Umfrage

Mit Google-Forms erstellten wir den Fragebogen, vorgängig sauber darauf abgestimmt, uns möglichst präzise Daten zu unseren drei Thesen zu liefern.
 
Wir stellten den Link auf unseren Social-Media-Accounts und baten Freunde und Familie, diesen ebenfalls zu verbreiten. Insbesondere auf Twitter und Instagram machte er schnell die Runde, die Umfrage wurde fleissig geteilt.
 
Die Resonanz hat dabei unsere Erwartungen übertroffen, die Anzahl der ausgefüllten Fragebögen schoss in kurzer Zeit in die Höhe. Wir staunten nicht schlecht, 717 Antworten in vier Tagen zu verzeichnen. Mit Twitter erreichten wir eher ältere, mit Instagram eher jüngere Personen, dies sorgte für einen guten Querschnitt der Bevölkerung – auch wenn die Umfrage natürlich überhaupt nicht repräsentativ war.
 
 

Die Resultate

Nun überprüften wir unsere Thesen. Bei der Analyse mit Excels Pivottables war es uns möglich, die eingegangenen Antworten gezielt zu filtern, zum Beispiel nach Geschlecht und Altersklasse. 
 
Erstaunlicherweise schieden gleich zu Beginn 160 Teilnehmende aus, sie hatten angegeben, nicht am Black Friday einzukaufen. 
 
Nur 14 der Antwortenden gaben zu, schon einmal einen Spontankauf am Black Friday später bereut zu haben. Ein Teil der These war damit klar widerlegt – aber so ganz glauben können wir es allerdings nicht. Wir gehen eher davon aus, dass der Mensch zu stolz ist, sich einen Fehlkauf einzugestehen.
Unsere zweite These war, die kauffreudigsten Personen in der Altersklasse 18–25 Jahre auszumachen. Doch auch diese Theorie wurde über den Haufen geworfen. Tatsächlich stammten die meisten Ausgaben am Black Friday von Personen der Altersklasse 13–17 Jahre. Aufgrund des zu erwartenden kleineren Monatseinkommens eine verwunderliche Bilanz. Wir fragen uns deshalb, woher Kinder denn eigentlich das Geld für diese ausgedehnten Shopping-Touren am Black Friday haben. Diese Frage bleibt aber unbeantwortet.
 
 
 
 
Die dritte These konnte jedoch zweifellos belegt werden. Kurz und knapp: Während Männer tatsächlich eher zu Elektronik griffen, machten Frauen mehrheitlich bei Bekleidung und Accessoires attraktive Schnäppchen am Black Friday. Somit hat sich auch ein Klischee bewahrheitet – aber auch hier, die Umfrage ist auf keinen Fall repräsentativ.
 
Und wir machten noch eine weitere spannende Entdeckung: Die Ausgaben für Haushalt, Möbel etc. nahmen bei jungen Erwachsenen stetig zu und erreichten die höchsten Werte im Alter zwischen 35 und 50 Jahren. Einen solchen Anstieg erklären wir uns damit, dass jüngere Erwachsene am Black Friday oft Möbel kaufen, zum Beispiel für ihre erste eigene Wohnung oder später auch bedingt durch Familienzuwachs. Ab 50 nehmen die Ausgaben für Haushalt dann wieder ab.
 
 
 
 

Das Fazit

Nur gerade eine unserer vielleicht etwas steilen Thesen konnten wir mit dieser Umfrage belegen, was uns doch sehr verwundert hat. Es zeigt uns aber auch auf, wie schnell man die eigene Meinung für einen Fakt hält – bis dieser eben widerlegt werden kann. 
 
Was uns aber wirklich überrascht hat: Fast 45% gaben an, dass ihnen die «Konsumgesellschaft am Blackfriday auf die Nerven gehe…». Trotzdem steigen die Umsatzzahlen an diesem Tag von Jahr zu Jahr.
 
 

Die Autoren

Elias Schmid (l.), Lernender Mediamatiker, Opacc Software AG; Fabio Krieger (m.),Lernender Mediamatiker, Opacc Software AG; Samuel Pechmann (r.), Lernender Mediamatiker, Elektro-Ausbildungszentrum Zentralschweiz
 
 
Die Autoren absolvieren die vierjährige Ausbildung zum Mediamatiker. Ausgebildete Mediamatiker und Mediamatiker innen vernetzen Know-how aus den Bereichen Systemtechnik/Informatik, Marketing, Betriebswirtschaft und Gestaltung. Logisches Denken, Kreativität sowie Teamfähigkeit sind Grundvoraussetzungen für diesen Beruf.
 
Die Aufgaben der Mediamatikerinnen und Mediamatiker lassen sich in sechs Handlungskompetenzen unterteilen:
Produzieren digitaler Medieninhalten
Gestalten von Medieninhalten
Entwickeln und Umsetzen von Marketing- und Kommunikationsmassnahmen
Mitwirken in der Betriebsadministration
Einsetzen von Informations- und Kommunikationstechnologien
Führen von einfachen Projekten
 
Opacc Software AG bildet jedes Jahr Lernende zu Mediamatikerinnen und Mediamatikern aus. Auch wird Opacc regelmässig von verschiedenen Gremien mit Preisen als Top-Arbeitgeber ausgezeichnet. 
 
 
 

 

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