Tipps und Ideen für erste Schritte im Metaverse

Das Metaverse ist mehr als ein Hype. Die virtuellen Technologien und Umgebungen werden viele Bereiche in Wirtschaft und Gesellschaft genauso fundamental verändern wie zuletzt Social Media. Erfahren Sie, wie und wo Sie selbst die ersten Schritte machen können, um diese Veränderungen zu erleben und zu verstehen.
 
 
Meeting von Kuble in Horizon Workrooms
 
 
Nach dem Web 1.0 (statische Inhalte ohne Interaktion) und dem Web 2.0 (Social Web mit Communities und interaktiven Inhalten) macht das Internet den nächsten Entwicklungsschritt. Dabei haben sich Metaverse und Web3 als Begriffe etabliert, um zu umschreiben, was auf uns zukommt: Virtuelle Parallelwelten, die das Internet zusammen mit anderen Personen bzw. deren Avatars interaktiv und erlebbar machen. 
 
Synchronität, Persistenz und Interoperabilität sind weitere Eigenheiten: Die Plattformen richten sich gleichzeitig an viele Nutzerinnen und Nutzer, sind fortlaufend verfügbar und es soll, zumindest theoretisch, eines Tages möglich sein, sich ganz einfach zwischen verschiedenen Plattformen zu bewegen.
 
Eine wichtige Signalwirkung für diese Entwicklung hatte die Entscheidung von Facebook, sich in Meta umzubenennen. Damit wurde auch besser verständlich, weshalb der Konzern im Jahr 2014 rund zwei Milliarden Dollar für das Startup Oculus bezahlt hatte. Mit dessen Virtual-Reality-Brille verfolgt Meta eine Zentralisierungsstrategie, die vor allem die Einnahmen aus dem eigenen App-Store maximieren soll. 
 
Daneben gibt es dezentrale Anwendungen, die auf der Blockchain basieren und deshalb eine offene, partizipative Vision verfolgen. Als dritte Kategorie neben zentralen und dezentralen Metaverses gibt es Customized Metaverses, die Unternehmen für spezifische eigene Zwecke lancieren.
 
 

Decentraland: Land kaufen und bebauen

Wer sich Decentraland zum ersten Mal anschaut, denkt häufig an Second Life. Die Plattform ist nur über den Desktop zugänglich und es gibt keine Apps für die Oculus-Brille oder für Smartphones. Die Ähnlichkeit kommt daher, dass man sich ebenfalls auf einer Landkarte mit 90,061 Parzellen bewegt. Diese haben einen Preis, der in einer Kryptowährung namens MANA angegeben ist. Für 1 MANA bezahlt man derzeit weniger als 1 Dollar, wobei dieser Preis auf dem Höchststand zum Ende des Jahres 2021 über 4 Dollar betragen hat. Daran sieht man den spekulativen Charakter des Landkaufs. Sobald man Land hat, kann man dieses bebauen – mitunter so ausgefallen, wie es Samsung für seine Präsenz gemacht hat.
 
 

Horizon Workrooms: Meetings und Trainings durchführen

Deutlich immersiver ist das Erlebnis in Horizon Workrooms im Vergleich zu Decentraland. Für diese App von Meta gibt es neben der Oculus-Brille auch die Option, sich in 2D über den Desktop dazuzuschalten. 
 
Funktional findet man hier auf Horizon Workrooms alles, was man für Meetings und Trainings braucht: Einen in der Grösse verstellbaren Tisch, an dem die Avatare sitzen, und ein stehend bedienbares Whiteboard, wo man seinen Laptop-Bildschirm aus der realen Welt präsentieren kann. So treffen wir uns bei Kuble häufig für interne Meetings und Trainings.
 
 

Spatial: Networking und Events besuchen

Mit einer App in der Oculus-Brille, aber auch über den Desktop und das Smartphone kann man Spatial besuchen. Anders als in Horizon Workrooms ist es gut möglich, dass man in einem der Spaces mit Leuten ins Gespräch kommt, die man noch nicht kennt. Solche Begegnungen können sich fürs Networking anbieten, zum Beispiel an Events mit Kunst und Musik. Ähnlich polyvalent wird die Lobby der Metaverse Academy genutzt, die öffentlich zugänglich ist. Der Raum ist unter anderem ein Treffpunkt für Leute, welche die Lehrgänge und Kurse besuchen, in denen Anfängerinnen und Anfänger genauso wie Fortgeschrittene im Metaverse das Metaverse kennenlernen können.
 
 

Der Autor

Christoph Hess ist Partner der Digitalagentur Kuble AG, die im Frühjahr 2022 die Metaverse Academy lanciert hat. Daneben doziert er auch an Fachhochschulen zu Themen wie Social Media, Influencer Marketing und Thought Leadership.
 
 

Der Beitrag erschien im topsoft Fachmagazin 22-3

 

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